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Pauschal-Camping - Das zweite Mal !

Es ist so etwa zwei Uhr Nachmittag auf der südfranzösischen Autobahn am Sonntag, dem 6. Juni dieses Jahres. Lyon ist schon lange passiert, auch das Mittagessen in einem schlechten Autobahnrestaurant eingenommen und ich kann ruhig langsam fahren, sonst komme ich womöglich zu früh an. Unser Ziel ist ein Campingplatz bei Vias (zwischen Sete und Beziers). Langsam kommt die Entspannung einer Urlaubsreise mit dem eigenem Auto, die dreispurige Autobahn ist an diesem Nachmittag nur mäßig befahren, außerdem sind wir ja fast da. Da kommen schon die Gedanken vom letzten Jahr, als wir im Nachbarort unseren Urlaub hochzufrieden verbrachten. Außerdem kann ja nichts schiefgehen - wir haben ja, wie letztes Jahr, bei "Eurocamp" gebucht.

Eurocamp ist ein Reiseveranstalter, der als Untermieter sein "Zelte" und "Caravans" in 171 (Stand 1999) ausgewählten Campingplätzen in fast ganz Europa anbietet. Das funktioniert dann so, dass ich meinen Caravan vom 6. bis 19. Juni bereits am Januar telefonisch gebucht habe, dann 10% des Urlaubspreises angezahlt, danach bekam ich die Buchungsbestätigung und etwa vier Wochen vor Reiseantritt bezahlte ich den Rest. Danach bekommt man wieder eine Bestätigung, die man dem Eurocamp-Mitarbeiter vor Ort vorlegen muss, außerdem einige Urlaubsuntensilien; dieses Jahr bekamen wir einen Rucksack, Wasserball, Reiseführer von Marco Polo und ein Malbuch.

Aber wieder zurück zur Reise. Kurz nach vier Uhr hatten wir den Camping-Platz mit dem Namen "La Carabasse" in Vias-sur-mer erreicht. Er lag gleich am Anfang des kleinen Ortes direkt an der Hauptstraße, hinter einem großen mit Palmen und Blumen verziertem Vorplatz. Dahinter ein langezogenes Hautgebäudes mit Rezeption, einer kleinen Boutique und einem Supermarkt, rechts des Gebäudes die Schranke zum Eingang in den Camping-Platz. Ich parkte gleich vor dem Gebäude und ging gleich in den Camping-Platz. Unweit hinter der Schranke fand ich das Eurocamp-Rezeptionszelt. Dem Eurocamp-Mitarbeiter, ich glaube, es war ein italienischer Student, zeigte ich gleich meinen Buchungbeleg und der suchte sofort in seiner Liste, wo mein Caravan denn liegt. Und nach ein bißchen bla, bla in Englisch schnappte er sein Fahrrad und sagte, ich solle ihm folgen, was mich allerdings gleich stutzen ließ, denn er fuhr schnurstracks aus dem Camping-Platz hinaus. Ich schnell in mein Auto gehechtet und hinterher. Es sollte allerdings keine große Fahrt geben - links des Rezeptionsgebäudes, eine kleine Straße, eine Mauer und wieder eine Schranke. die allerdings offen war, dahinter standen nur Caravans und keine hundert Meter weiter stoppte er vor unserem Urlaubsdomizil, dem gebuchten Caravan. Nach der ‹bergabe des Schlüssels und ein paar Benutzungstips bezüglich des Kühlschranks und des Gasanschlusses trabte, beziehungsweise radelte er von dannen. Von der langen Fahrt, meine Frau und ich waren ja seit zwei Uhr auf, ca. drei Uhr Abfahrt, waren wir natürlich urlaubreif, aber ohne große Pause war natürlich auspacken angesagt und natürlich den Caravan inspizieren. Apropos Caravan - der standardmäßig mit den Maßen 8.7 x 3m ca 25qm bietet, ist eigentlich kein Wohnwagen, den man so einfach an sein Auto hintenranhängt. Er hat zwar auch zwei Räder, aber die sind nur ausreichend, um den Wagen vom Tieflader zum wahrscheinlich endgültigen Ort im Caming-Platz via Traktor ziehen zu können. Er bietet dann ein Zimmer mit Doppelbett (Elternzimmer), ein Zimmer mit drei Einzelbetten (Kinderzimmer), ein Bad mit Dusche, ein WC und eine "große" Wohnküche mit Tisch und Polstereckbank, umlegbar zum Doppelbett. Die Küche bietet einen großen Kühlschrank mit Gefrierfach, Gasherd mit zwei Backöfen und ausreichend Geschirr für acht Personen, des weiteren ist der Caravan an Wasser und Strom und das WC an die Kanalisation angeschlossen. Das Wasser wird per Gas-Durchlauferhitzer erwärmt, Gas bekommt jeder einzeln von 20kg-Flaschen. Na ja, nur diesesmal bekamen wir einen "Uralt-Caravan" mit unansehnlich verlebten schwarzen Polstern; auch die Kindermatratzen waren fleckig und hätten meiner Meinung nach vor der Saison gewechselt werden müssen. Auch peinlich vorbereitet laut Prospekt war er nicht, es sei denn, die Reiskörner auf den Polstern und der dicke Fettfleck auf dem Backblech waren mit Absicht übersehen worden. Blitzeblank war allerdings der Kühlschrank.

Der Camping-Platz war übrigens überdurchschnitlich sauber, auch wurde mit Palmen und gepflegten Blumenbeeten nicht gespart. Etwa in der Mitte des Camping-Platzes war für Veranstaltungen eine große Anlage mit Freiterasse und Bühne, dazu noch eine Bar und ein TV-Raum. Ein paar Schritte weiter war ein überwachtes Schwimmbad mit großen Babybad, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. Zu klein waren nur die Spielplätze, außerdem konnten wir uns so ganz, mit dem Ort des Homemobil-Gettos, in dem wir landeten, nicht begeistern. Sozusagen das Sahnestückchen im bösem Sinne waren allerdings die Kanäle (wahrscheinlich Entwässerungskanäle), die auch die Begrenzung des Campingplatzes und gleichzeitig Brutstätte unzähliger Schnaken waren, die uns ab Dämmerung heimsuchten. Unser Caravan war wohl mit Mückenrolos ausgestattet, aber nur in den Schlafzimmern. Der letzte Wermutstropfen war diese Jahr übrigens der Strand, laut Eurocamp-Katalog 800m vom Campingplatz entfernt, ab unserem Stellplatz etwa 1200m zum Meer. Das ist natürlich zu weit für einen faulen Deutschen, der mit obligatorischer Strandausrüstung, z. B. Schirm, voller Kühlbox, Strandmatten, Vidokamera oder Foto, Drachen, diversen Bälle, verschiedenen Sonnencrems und etc. den Strand besucht. Also Caravan-Tür zu, ins Auto, etwa eine Viertelstunde Autofahren und wir waren an einem der schönsten Strände Südfrankreichs, nämlich der Nationalstraße zwischen Sete und dem Cap d'Agde. Die Straße ist schnurgerade fast zehn Kilometer lang und nie hundert Meter weit vom Mittelmeer entfernt, ein Muss für die Wohnmobil-Urlauber, die hier halten können und sich in Sichtweite zu ihrem Wohnmobil am Strand vergnügen können.

Vorbildlich war übrigens unser Eurocamp-Urlaub 1998. So wie aus dem Katalog bekamen wir einen nagelneuen Caravan, keine Schnakenplage, auch der Platz des Caravans lag wesentlich schöner im Campingplatz selber, der wiederum viel mehr Spielplätze und Bolzplätze (Fußballplatz) bot und direkt am Strand lag.

An beiden Campingplätzen sind dann um die fünfzig Zelte oder Caravans, je gruppenweise so etwa fünf bis fünfzehn Stück, reihenweise im Campingplatz aufgestellt. In der Regel ist also der Nachbar auch ein Eurocamp-Urlauber, ob Zufall oder Planung, unsere Urlaubs-Nachbarn waren letztes wie dieses Jahr immer Deutsche.

Sei es durch die Kinder oder einfach so, Kontakt zu den Nachbarn hat man in der Regel immer. Letztes Jahr wurde durch die Mitarbeiter eine Eurocamp-Party organisiert, wo alle Eurocamp-Urlauber eingeladen wurden. Nach längerem "Nur-Schauen" hatten wir doch noch ein nettes Gespräch mit einem Paar aus England, das mit ihren vier Kindern dort Urlaub machte; war schön.

Jeder Stellplatz ist mit Gartenmöbeln, Sonnenschirm, wenn erlaubt auch mit einem Holzkohlengrill ausgestattet. Diese Jahr hatte unser Platz auch Kinderanimation. Der Treffpunkt in einem kleinem "Zirkuszelt" sind Eurocamp-Mitarbeiter, die mit den Kindern basteln, spielen, Gesichter schminken oder einfach baden gehen. Um allerdings überall mitmachen zu können sollten die Kinder schon im Schulalter sein. In jedem Caravan, ich denke im Zelt auch, ist ein Mappe voll mit wertvollen Tips, was es zum Beispiel alles im Campingplatz gibt, oder die Markttage der Nachbarorte, Ausflugtips oder die Ärzte am Ort usw. Hat man ein Problem, Fragen oder ist das Gas aus, die Eurocamp-Mitarbeiter sind hilfsbereit, helfen immer weiter. Dieses Jahr hatte das Töchterchen des Nachbarn einen Ausschlag, eine Eurocamp-Mitarbeiterin ging mit zum Arzt, zum Dolmetschen, sie hatte Röteln.

Aber jetzt zu den Eurocamp-Preisen aus dem '99er Katalog

"Supersparsaison" bis 20. Mai Caravan DM 62.- Zelt DM 39.-
"Saison A 14 für 10" 21. Mai bis 6. Juni " DM 115.- " DM 68.-
"Bambino Saison" 7. Juni bis 20. Juni " DM 82.- " DM 48.-
"Saison B" 21. Juni bis 11. Juli " DM 169.- " DM 93.-
"Saison C" 12. Juli bis 15. Aug. " DM 197.- " DM 117.-
"Saison D" 16. Aug. bis 3. Sept. " DM 169.- " DM 93.-
"Saison E 7 für 5" ab 4. Sept " DM 115.- " DM 68.-

Achtung ! Bei Saison A = 14 Tage buchen, 10 Tage zahlen. Bei Saison E = 7 Tage buchen, 5 Tage zahlen.

Das oben sind sozusagen die Grundpreise pro ‹bernachtung und für 2 Erwachsene und Kinder unter vier Jahren.
Kinder ab 4 bis 17 Jahren kosten DM 5.- pro Tag.
Erwachsene kosten DM 15.- pro Tag.
Auserdem kosten Campingplätze bis zu DM 18.- pro Tag mehr, je nach Lage oder Ausstattung.

Persönlich finde ich die Preise bis zum 20. Juni oder ab dem 4. September durchaus günstig, während ab dem 21. Juni doch kräftig aufgeschlagen wird. Zum Vergleich: Wir buchten im August ein "Studio" (1 1/2 Zimmer), zwei Tage, Fünf-Sterne-Hotel im Allgäu inkl. Frühstück (und was für eins !) zum Preis von DM 216.-, pro Tag, die Kinder kosteten erst ab sechs (unsere zwei und fünf).

Wir, meine Frau und ich, sind leidenschaftliche Zelt-Camper, zumindest gewesen. Jetzt mit den kleinen Kindern und dem Komfort des Caravans, hat uns der Urlaub mit Eurcamp großen Spaß gemacht. Wenn ich den Urlaub benoten müßte, würde ich für den Urlaub '98 eine glatte Eins geben, für 99 allerdings nur eine Drei+, wobei ich meine, dass der Eurocamp-Urlaub in der Hauptreisezeit viel zu teuer ist.

Mehr Infos mit 100% Werbung gibt's bei:

Adresse: Eurocamp, Heimbucher-Straße 72, 20148 Hamburg. Tel. 040/450 970
www.eurocamp.de
(kostenlosen KATALOG BESTELLEN !).

Jürgen Ehlert

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